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1. Die Historie:
Dieser 450 SEL 6.9 wird am 09. Mai 1977 in Stuttgart mit der Fahrgestell-Nr.1200258x gebaut und erstmals zugelassen mit dem Kenzeichen S-CY 6583. Alle vorgeschriebenen Wartungen (alle 15.000 KM) werden regelmäßig durchgeführt. Am 28.04.78 bei KM Stand 45.345 erhält der Wagen eine zusätzliche Hohlraumkonservierung. Bis zum 17. 11.1978 wird der Wagen dann im Fuhrpark im Stuttgarter DB-Werk eingesetzt und mit rund 65.000 KM auf dem Tacho ausgemustert. Neuer Besitzer wird am 12.02.1979 ein hochrangiger Ex-Mercedes Manager, Prof. Dr. S. (1921 geb.) aus Karlsruhe, Kennz. KA-WV 843. Dieser besitzt den Wagen nur bis Ende Februar 1981, als ihn hinten rechts ein Auffahrunfall ereilt. Der Wagen wird bei Mercedes in Zahlung gegeben, wo er in der PKW Instandsetzung in Untertürkheim repariert wird. Getauscht wird das Seitenteil hinten rechts. Der Prof. hat den Wagen inzwischen bis KM Stand 126.500 Km gefahren. Am 18.03.1982 wird der Wagen dann von seinem dritten Besitzer erworben, einem älteren Frankfurter Geschäftsmann, Herr Dr. T. (1920 geb.), Kennzeichen F-HX 12. Jetzt wird die Spur des Autos etwas dünn. Zum vorletzten Mal taucht der Wagen am 01.04.1982 beim Frankfurter Tüv auf, wo ihm die Anhängerkupplung eingetragen wird. Am 07.09.1983 wird der Wagen dann abgemeldet und in den Ausstellungsraum des Friedrichsdorfer VW Autohauses Oettinger gestellt. Dort wird er erst für 42.500.-DM angeboten, später für 37.500.- DM. Aber keiner will ihn kaufen. Daraufhin wandert der Wagen in die Tiefgarage, wo er vergessen wird und sich seine Spur endgültig verliert für die nächste Zeit. Auf dem Tacho stehen 130.500 KM. So steht der Wagen also 8 oder 9 Jahre in der Tiefgarage:
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2. Der Kauf
Ende März 1992 macht das Autohaus Oettinger Pleite, alle vorhandenen Wagen werden verkauft. Auch dieser 6.9 taucht nun wieder auf! Am 09.04.1992 erfährt man unter vorgehaltener Hand, dass da was stehen würde im Keller. Also bei der Besichtigung ist klar, dass das Fahrzeug gekauft wird. Der Zustand und die Ausstattung überzeugen. Selbst ohne Brief, der erst bei der Bank ausgelöst werden muss. Ohne die Maschine zu starten, wird der Wagen mit seinen 1985 KG am 10.04.1992 per Anhänger (hinter einem 54 PS Diesel VW T3) nach Hause in die Garage gebracht. Erste Anlassversuche scheitern jedoch an einer festgerosteten Benzinpumpe. Doch nach dem Tausch blubbert frischer Sprit in den Mengenteiler, und nach 3 Sekunden drehen mit dem Anlasser springt der Motor problemlos an. Als wäre er eben erst abgestellt worden! Ein Feuerwerk an Rost fliegt durch den Auspuff, der Sound eines Rennwagens erklingt, die Federung hebt sich und die Wasserpumpe spritzt....
3. Die Folgekosten:
Neben der Wasserpumpe werden in den folgenden Jahren noch viele andere Teile ersetzt bzw. überholt, z.B. die komplette Bremsanlage mit Zangen/Scheiben/Belägen/Schläuchen, Klimakompressor, mehrere Schläuche der Federung, 8 Einspritzdüsen, alle Zündkabel, Hardyscheiben, Kardanwellenmittellager, 4 Federspeicher, Heckscheibe, Spurstangen, Auspuff, Keilriemen/Filter, Felgen, Reifen, Radio etc.
4. Die Ausstattung:
Der Wagen hat eine gute Ausstattungen, z.B. die Sicherheitsausstattung S2, d.h. nicht gepanzert, aber Alarmanlage und zusätzliche Riegel in den Türen und am Kofferraumschloss. Außerdem hat er ein org. Amperemeter und eine org. Außentemperaturanzeige in der Mittelkonsole, 2 * Sitzheizung, Gurt-ENT-straffer vorne, Zusatzaschenbecher vorne (beleuchtet), Leseleuchten hinten und Vorhänge im Fond. Der Wagen hatte damals noch ein org. Autotelefon B-Netz (ausgebaut, aber vorhanden) und wurde im Fuhrpark für den Vorstand sowie für Versuche eingesetzt. Außerdem hat er noch ZV, Scheinwerfer-Wischwasch, Klima, eSSD, Alufelgen, Becker Mexiko, Wurzelholz - alles eigentlich, was es damals schon gab und noch ein bisschen mehr - nur kein Leder - dafür aber ein einmaliges individuelles Stoffmuster. Die Innenausstattung hat den Code 998, die Lackierung ist 906 "graublaumet." Die Datenkarte hat folgenden Inhalt:
| 40/6 Einzelsitz mit orthopädischer Fahrerlehne, links und rechts | 41/0 Schiebedach elektrisch |
| 50/2 Aussenspiegel rechts | 51/6 Radio Becker Grand Prix Electronic Stereo LMU |
| 63/1 Verbandskasten | 64/0 Leichtmetall-Scheibenräder |
| 68/2 Feuerlöscher | |
| 355 Antenne für Telefon Becker oder TeKaDe auf Kotflügel hinten links | 811 Lautsprecher im Heck |
| 870/871 Sitzheizung links und
rechts |
993 Weitere vercodete und unvercodete Sonderausf. siehe Produktions-Auftrag I |
Zu beachten ist die die besondere Innenausstattung: Einmal der einzelangefertigte Stoff und die einzelangefertigte Mittelkonsole.
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Aus dem Produktionsauftrag vom 03.03.1977
ergeben sich weitere wertvolle Details zur 993:
· Stoffpolsterung außerhalb AHB. Veloursteppiche 5053 blau. 2 Daunenkissen
30*30cm bezogen nach Ausstattung.
· Zu 993: Konsole zwischen Fahrersitzen für Halterung Außenthermometer,
Amperemeter, Warnblinkerschalter, Fensterheberschalter, Sitzheizungsschalter,
entspr. KW 9851/32 (Holzteile in Wurzelnuß), Aufteilungszeichnung ist
in AIKS anzufordern.
· Zu 993: AV- und Vorauswagen mit elektrischer
Fondsitzverstellung
Von der AV sind die rohbauseitigen Änderungen soweit vorzunehmen, dass
auch die normale Sitzanlage eingebaut werden kann.
5. Fazit:
Das Fahrzeug vermittelt eine Menge bequemen
Fahrspaß, gepaart mit dem sagenhaften Drehmoment von 550 Nm. Der Verbrauch
dieses Fahrzeugs liegt je nach Fahrweise zwischen 16 und 24 L/100Km, im Schnitt
bei rund 19 L. Die Höchstgeschwindigkeit liegt lt. Tacho bei 260 km/h (Drehzahlbegrenzer
5.300 Umin). Die Maschine ist aufgrund der vorgesehenen Verwendung im Fuhrpark
von Hand ausgesucht und geht ganz gut....
Das Fahrzeug ist unrestauriert und ungeschweißt und hat größtenteils
den original Lack.
Heute wird der Wagen etwa 2.000 KM im Jahr nur bei Sonne bewegt.
Er ist unverkäuflich!
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Abb. 6: Der 6.9 in Willich auf dem 116'er Treffen im Sep. 2002 und vor der Münzenburg
Erfahrungsaustausch / Kommentare gerne per mail an 450sel6.9@web.de
Letztes Update dieser Seite: 07.12.2002
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