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Was hat ein 6.9er mit einem Hattori Hanzo Schwert gemein?
Hartmut, der Guardian Angel dieser wunderbaren Website hat mich gebeten, ein paar Sätze zu meinem Fahrzeug niederzuschreiben.
Anders als den meisten von Euch ist es mir nicht gelungen, die Historie meines Fahrzeugs zu eruieren.
Erst die
Ausstattung:
Farbe:
Silber - Innenausstattung: Velour braun/Edelholz
Alles fast wie neu: innen (auch Kofferraum) und außen
Original
Standheizung mit Zeitschaltuhr - Metalliclackierung - Veloursitze braun - CD-Radio
(Originalradio vorhanden) - 4 Kopfstützen - Leichtmetallfelgen - Scheinwerferreinigungsanlage
- Klimaautomatik -
2 verschiedene Fanfaren - Automatikgetriebe - Servolenkung - Colorverglasung
- Luftfederung - hält 1a - Elektrisches Schiebedach - Elektrische Fensterheber
- Zentralverriegelung - Leseleuchten - Tempomat -
Elektrische Antenne - Zusatzantenne am Dach für C-Netz - 4 Sicherheitsgurte
-
Außentemperaturanzeige - rechter Außenspiegel - Mittelarmlehne -
Elektrisch verstellbare Rücksitzbank
Er hat drei kleine optische Mängel: Der Fahrersitz ist in ca. 2 cm Breite abgenutzt, die Umrandung der Erste-Hilfekasten-Abdeckung muss neu eingekettelt werden und die Außentemperaturanzeige ist nicht original.
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Dann das Wenige, was ich beibringen kann:
Zugelassen wurde der 6.9er mit der Werksnummer 11603612004988 erstmals am 27.10.1978. Was bis zum 22.10.1997 geschah, als er auf den Unternehmer Dr. Klaus S. in Wiesbaden zugelassen wurde, war nicht herauszufinden. Dessen Schwiegersohn in spe bot das Hubraummonster im März 2002 für unglaubliche 5.500,00 € auf mobile.de an. Nach einer fünfjährigen Suche schlug ich, ohne den Wagen gesehen zu haben, zu.
Mein Freund, der Schriftsteller Moritz Senarclens deGrancy, immer auf Wanderschaft zwischen divergierenden Welten in Russland, Europa, Asien und Amerika, brachte mir das Wunderwerk deutscher Ingenieurskunst, stellte es mir vor meine Türe mit den für ihn unüblichen Worten: "Der geht aber, mein lieber Scholli, und säuft wie ein Loch". Ich nahm meinen Freund "Rizzo" in die Arme und dann das damals noch milanbraune Monster in Augenschein.
Der Lack war, wie beschrieben, nicht das Gelbe vom Ei, die Technik, das Interieur waren hervorragend und das Herz, der M-100, wäre es ein menschliches eines Mittvierzigers, würde es sämtliche nur mögliche Ableitungen eines Elektrokardiogramms mit Bravour bestehen: Keine Hebung der ST-Strecke, keine Veränderung des QRS-Komplexes und auch das His`sche Bündel und der Sinus-Knoten sind O.K. Bradycard von unten mit aller Kraft und nur leicht tachycard im Sprint.
Organisch gesund, so brauchte er nur noch ein fein` Röcklein, um wieder auf Brautschau gehen zu können, denn schon Gottfried Keller wußte: "Kleider machen Leute". Wer sollte diesen Rock fertigen, zu einem Preis, den wir uns leisten konnten?
Eher zufällig als mit Struktur kam ich zur Lackiererei Schotte aus Neukirchen vorm Wald und dem Automechaniker und Spengler Thomas Wiesner aus Straßkirchen bei Passau, die dem 6.9er, wie versprochen, die alte Noblesse wiedergaben. Keine Firma Kienle, nur bayerische Handwerker, aber genauso gut.
Silber war er nun, was einem Puristen den Magen wendet, aber den Ästheten entzückt. Ein Benz muß silber sein und wenn auch mit Gewalt. Sorry, aber er ist schön.
Seitdem wird er regelmäßig bei gutem Wetter ausgeführt; der "Kenner" quittiert dies mit einem niederbayerischen: "Geht wia ´d Sau, dei hundertdreiazwanzger, so oan hod mei Vata a scho amol g`habt, an zwoahundata Diesel" oder: "A so a Kaas, sechs Komma nein Lita, so epps (= etwas) hod`s goarned gebn". (Wer`s nicht verstanden hat, sei getröstet; ein Witz über den niederbayerischen Dialekt endet mit dem Satz: "Liebling, ich wußte gar nicht, daß die hier schon Tschechisch sprechen").
Meine Söhne versuchen mich vergeblich anzustacheln mit (Zitat Julius Konstantin, 7 Jahre): "Fangsa-Fadangsa! Schneller, Papa, schneller, zeig`s dem Römpelknöchel!" (Was auch immer das sein mag) oder (Zitat Felix Titus, 3 Jahre): "Die Audis, die Audis, die Audis, die Audis, usw., hihihi" oder "Papa - `Cedes -`nell", klar in seiner Ausdrucksweise, trotz Sprachverzögerung.
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Doch nun zu Hattori Hanzo (1541-1596).
Als Sohn eines Ingenieurs, selbst Student der Elektrotechnik und jetzt Kaufmann, pflege ich schon immer eine leidenschaftliche Begeisterung für kulturelle, philosophische, künstlerische, technische und handwerkliche Höchstleistungen; eigentlich in umgekehrter Reihenfolge.
Eine Blancpain-Uhr, Tourbillon oder Grand Complication oder eine aus Glashütte, ein BMW-Flugzeugmotor, ein Fabergé-Ei, die Widerlegung der Theodizee, ein Tunnelrastermikroskop, die Heisenberg`sche Unschärferelation, ein Teilchenbeschleuniger, Munch`s "Der Schrei", usw.
Noch anders jedoch ist das Samuraischwert von Hattori Hanzo, mit einer Million Faltungen und der Schärfe eines Laserstrahls, symbolisiert es nicht nur am besten die Macht des Geistes und des Schaffens.
Es ist die Kraft, die Macht und die Anmut, die zu besitzen, nicht einmal anzuwenden, genügt, wie ein M-100 Triebwerk, Wunder und Teil des Wissens der Menschheit.
Wolfgang
Steigerwald Passau, den 14.11.2004
Erfahrungsaustausch/Kommentare gern per mail an: wolfgang.steigerwald@t-online.de
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Update dieser Seite: 12.01.2005
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