Dies
ist einr 450SEL 6.9 Baujahr 1977
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1.
Teil: Ein sechsneuner bei ebay ersteigert?? Und das geht gut?
Ich war eigentlich mit den vorherigen 116ern immer sehr zufrieden und eigentlich
brauchte ich die Krönung gar nicht. Doch seit einem Jahr hat es mich
regelmässig gejuckt und bin viel durch die Gegend getingelt. Manche 6.9er
die ich mir angeschaut habe, waren nicht schlecht, aber viel zu teuer für
mich (mirbach:-) ). Die anderen Autos waren allesamt unverschämt schlecht.
Naja, sollte es doch kein 6.9er werden? Bei ebay waren manchmel welche drin,
die haben mich aber auch nicht so überzeugt. Auch mein Grüner hat
mich erst gar nicht angesprochen. Erst als er zum zweiten mal zur Versteigerung
stand (Spassbieter) wurde ich unruhig und habe einen Mercedesfreund aus der
Gegend der Verkäufers gebeten, mal ein Auge drauf zu werfen. Der war
eigentlich ganz angetan und sagte, wäre ein ehrliches Auto, einige Neuteile
kein offensichtlicher Rost und so ganz gepflegt. Noch ein paar mal die Fotos
studiert, und drei zwei eins meins. . So, jetzt hatte ich nen 6.9 er und ich
hatte ihn noch nicht einmal gesehen. Es war ein schweizer Fahrzeug wie mein
vorgänger 450er. Wird schon nicht so schlecht sein... 175TKM
Endlich war es Samstag und ich war unterwegs von Bielefeld nach Hanau um meine
Neuerwerbung abzuholen. Natürlich mit Nummernschildern, wollte das Auto
schon auf eigener Achse heimfahren. Immerhin hatte er eine neue deutsche Vollabnahme,
AU und neue 15 Zoll Felgen mit Reifen. In Hanau angekommen stand das Objekt
der Begierde schon oder noch draussen und wir wurden freundlich vom Händler
empfangen. Er handelt nur mit Schweizer Fahrzeugen und hat ein paar wirklich
gepflegte Benze dort stehen.
Fix wurden von seinen Mitarbeitern die Nummernschilder montiert, das Geld
und die Papiere wechselten seinen Besitzer und und ehe ich nachdenken konnte
saß ich im Sechsneuner und war aufm Weg zur nächsten Tankstelle.
Tankuhr zeiget ja leer, ganz leer, Temperatur kam nicht, kein Blinkzeichen?
Fix umgekehrt, und wieder kamen seine Mitarbeiter heraus schauten erst hinten
am Tank, aber mir war eigentlich klar, daß das Kombiinstrument keinen
Strom bekommt. Eine min. später brannten dann auch alle Leuchten und
die Anzeigen bewegten sich.
So, jetzt endlich 300 KM Autobahn und das erste mal Sechsneuner fahren :-))
Und das macht Spass, bei Sonnenschein durch die Kassler Berge. Da vergingen
die 300 km Heimfahrt wie im Fluge. Doch hab ich natürlich jetzt mal langsam
angefangen mich umzuschauen und zu testen, was ich da eigentlich erworben
habe. Der Wagen schaukelte ein wenig gewöhnungsbedürftig über
die Autobahn, jetzt weiss es müssen die Federspeicher sein. Das Tempomat
machte auch nicht allzuviel, aber auch das konnte mir die Laune nicht so recht
verderben. Jetzt stieg auch noch der Kilometerzähler aus! Naja!
Strahlend zu Hause angekommen wurde das Auto zur weiteren Begutachtung im
heimischen Hanger untergestellt. Getankt habe ich für die Rückfahrt
63 Liter. Geht doch oder? (21L/100km)
Mittlerweile habe ich das Auto seit ca. 5 Wochen. Noch immer ärgere ich
mich über jeden Schnee oder Regentag, dann bleibt das Auto in der Halle!
Das Auto macht süchtig! Die Bilanz an Mängeln hält sich auch
so grade noch in Grenzen und ich bin fleissig dabei, alles in die Reihe zu
kriegen:
- Schaukelndes Auto: Neue Federspeicher liegen zum Einbau bereit
- Zentralverrieglung defekt: Loch in einer Membran gefunden und Ersatz günstig
bei ebay erstanden
- Lenkgetriebe leckt: hoffentlich gutes gebrauchtes günstig erstanden
(original 6.9!!)
- Tempomat beschleunigt nur: Steuergerät nach Anleitung gelötet
- kleinere Lackmängel: werden später ausgebessert
- Hydrostössel tackern in der linken Zylinderreihe: mal sehen
Ansonsten bin ich eher positiv überrascht. Der Motorraum ist nahezu original,
sauber und absolut rostfrei. Der Chrom und die Stoßstangen auch von
innen wirklich top. An der Karosserie wurde erst wenig und in meinen Augen
recht gut geschweisst. Der Lack glänzt tief und hat nur wenige kleine
Kratzer. Die Technik läuft bis auf die beschriebenen Mängel einwandfrei.
So, noch ein paar Fakten zu dem Auto:
450 SEL 6.9
116 036 120 03 444
Bj. 01.10.1977
Farbe müsste 861 silbergrün sein
Innen bambus Velour
SSD
Angeblich 175.000 KM ?!
Werde in kürze weiter berichten, was mir noch so wiederfahren ist und
ob ich die aktuellen Mängel beheben konnte. Motormässig bekommt
er in den nächsten Wochen die selbe Kur, die auch schon sein Vorgänger
116er bekommen hat. Kenne eine kleine Mercedeswerkstatt, dessen Chef ein wahrer
K- jetronic Meister ist und auch wenn man denkt, das Auto läuft OK, nach
dieser Kur ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht!
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2. Teil: Die Ernüchterung
Ein Teil der Mängel habe ich ja schon in den vorangegangenen Zeilen geschildert. Der Einbau der neuen Federspeicher war auch kein größeres Problem und brachte den gewünschten Erfolg, ein Top Fahrkomfort, die ZV war auch schnell repariert. Das neu erworbene Lenkgetriebe brachte nicht ganz den gewünschten Trocknungserfolg, noch immer waren Spuren, zwar jetzt weniger, vom Servoöl unterm Auto. Alle Schläuche überprüft und nachgezogen und noch immer die gleiche Öllache.. Also habe ich die Servopumpe ausgebaut und zerlegt. Es war nicht der typische Fehler, der vordere Simmerring, sondern die hintere Deckelabdichtung. Auch die wurde irgendwann dicht und jetzt war dieses Problem gelöst.
Endlich wieder Zeit und Wetter zum fahren. Jetzt ging es auf die Autobahn, mal sehen, was ein 6.9er so bringt. Was war los, bei Tempo 210-215 blieb die Tachonadel stehen und der Drehzahlmesser verharrte auch bei 5000 U/min. War das die Topspeed des ehemaligen Topmodells von Mercedes?? Die Beschleunigung war auch eher mager. Was war los, irgendetwas konnte nicht stimmen. So machte der Motor keinen schlechten Eindruck .
Also mal
schauen was los ist. Kompression OK, neue Kerzen und Filter. Mehr konnte ich
auf die schnelle mit Hausmittleln auch nicht bewältigen. Die Nockenwellen
standen
auch im Verdacht, also hab ich versucht, die Nocken zu vermessen. Scheinen
gleichmäßig zu sein und die Wellen sehen insgesamt noch ganz gut
aus. Vielleicht Glück gehabt. Ersatz ist sündhaft teuer. Da der
Wagen ja sowiso richtig eingestellt werden sollte, können wir ja auch
dabei nach der Ursache fahnden. Inzwischen hatte sich zu allem Überfluss
noch rausgestellt,
dass an meinem Tacho gedreht wurde. Laut Vorbesitzern in der Schweiz hat dass
Auto mindestens 229TKM auf der Uhr... und der KM Zähler ging ja nicht.
Den hab ich übrigens mit Hilfe des W116/W123 Forums prima repariert bekommen.
In der Werkstatt meines Vertrauens hab ich dann ein wenig genauer geschaut. Der Mittelschalldämpfer stammte von einem normalen 450er, war also zu dünn. Das könnte auch eine Lösung sein. Daher habe ich in Ermanglung an originalem Ersatz erstenmal sauber zwei Rohre zum Endschalldämpfer gelegt. Jetzt sollte der Staudruck wieder normal sein! Extra für mein Auto wurde der alte Boschtester reaktiviert und alles mögliche gemessen, defekte Zündkabel ersetzt. Im Lager fand sich auch noch ein Satz neuer Düsen, die ich schnorren konnte.
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Jetzt sollte alles richtig eingestellt ein, der Auspuff hatte Durchgang und die Autobahn war frei. Und wieder das gleiche traurige Ergebnis. Den Tacho hatte ich inzwischen natürlich auch per GPS vermessen. Er war OK, zeigte ca. 6-7% zuviel an.
Nun wollten wir es genau wissen, das Auto kam zu Bosch auf den Rollenprüfstand. Das Ergebnis war vollkommen OK, bis auf die Tatsache, dass uns das Auto fast vom Prüfstand gehüpft wäre. Leistung war da, mehr als 286 PS bei 4250 u/min, sogar ungefähr 300 PS. Bei der Tortur hat sich auch gleich die Wasserpumpe ganz verabschiedet, die vorher nur leicht getropft hat und jetzt komplett unter sich ließ.
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Also wieder das Auto in die warme Werkstatt und Wasserpumpe abdichten. Da ich leider an dem Tag wenig Zeit hatte, hab ich das den "Fachleuten" überlassen. Doch als ich Abends wieder vorbeischaute, waren die immer noch dabei, die Pumpe auszubauen.?! Sie waren grad in den Endzügen und hatten sie dann auch bald in der Hand. Nur folgten Ihr auch Teile vom Wapu Gehäuse!! Was war passiert: Sie hatten eine Schraube hinter dem Schwingungsdämpfer vergessen zu lösen und Gewalt angewendet. Das Ende vom Lied war ein geborstenes Wasserpumpengehäuse und eine verzogene Wasserpumpe mit defekter Dichtfläche.
Wahrscheinlich
wäre die Reparatur sowieso erfolglos gewesen, versucht hätte ich
es aber doch gern. Also neue Pumpe mit Gehäuse bei DC bestellen. Gottseidank
war sie schnell lieferbar.
Aber nicht schnell genug, jetzt stand das Auto in der warmen Werkstatt und
ich konnte nichts am Motor checken, da alles offen war. Also nutzte ich die
Zeit und hab ein paar leisten demontiert, um sie zu reinigen und zu schauen,
was darunter schlummert. Aus ein paar Leisten wurden alle, alle Lampen und
zu guter letzt die Scheiben und Stossstangen. Naja, der Lack musste sowieso
an ein paar kleinen Stellen ausgebessert werden...
Also wurde das Auto ohne weitere Fahrtests nach erfolgreicher WAPU Reparatur jetzt nicht mehr aus eigener Kraft zum Lackierer gefahren.
So wird dann aus eben mal Zündung einstellen eine Komplettlackierung, natürlich wieder in Original Farbe. Sie gefällt mir langsam.
Daher ist mit Forschen an den Leistungsschwächen erst einmal Zwangspause: Zumindest läuft er jetzt mit den neuen Düsen und gut eingestellt deutlich besser, aber nicht schneller. Und er ist jetzt absolut trocken. Kein Wasser oder Öl mehr unterm Auto!!
Melde mich wieder, wenn frische Farbe auf dem Auto ist und die Fahndung nach dem Problem weitergeht.
Erfahrungsaustausch / Kommentare gerne per mail an Carsten
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Update dieser Seite: 20.02.2004
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